„Ich habe euch nie gekannt“

17. Juli 2014 2 Von Talmid

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.  Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?  Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!
Matthäus 7.21-23

Dieser Text hat mir früher sehr viel Probleme bereitet. Wer ist es, zu dem Yeshua sagt, „ich habe euch nie gekannt?

Yeshua sagt es im Rahmen der Bergpredigt. Er spricht hier von den Willen seines Vaters. Und nur diese Menschen werden mit ihm die Ewigkeit erleben.
Nun gibt es wohl Menschen, die in seinem Namen, in Yeshuas Namen, beten, heilen, und Dämonen austreiben. Aber mit diesen Menschen hat er nichts zu tun. Mit ihnen hat er keine Beziehung.

Das Wort „gekannt“, welches Yeshua hier benutzt, hat aus der hebräischen Sprache (er sprach hebräisch) die Bedeutung einer intimen Beziehung. Er sagt also, dass er mit diesen Menschen in keiner innigen, intimen Beziehung steht. Der Grund ist, dass diese Menschen nicht den Willen des Vaters tun. Obwohl sie in seinem Namen beten.

Aber was ist nun der Wille des Vaters?
In der Bergpredigt sagt Yeshua am Anfang, dass die Torah (im deutschen übersetzt mit Gesetz) weiterhin gilt:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.
Matthäus 5.17-19

In diesem Kontext müssen wir den o.g. Text aus Matthäus 7 verstehen.
Erst sagt er, dass die Torah weiterhin gilt, dann präzisiert er einige Gebote und sagt, dass nur er nur mit dem Menschen eine innige Beziehung hat, die den Willen des Vaters, die Torah, halten.

Warum ist es so?
Zuerst, weil unser Vater der Schöpfer des Lebens ist und er am Besten weiß, wie wir ein erfülltes Leben führen können. Er ist ja der Erfinder des Lebens.

Zum Anderen weil seine Torah „Leben“ ist.

Und als Mose dies alles zu ganz Israel geredet hatte, da sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, damit ihr sie euren Kindern gebietet, dass sie darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu befolgen. Denn es ist kein leeres Wort für euch, sondern es ist euer Leben, und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, in das ihr über den Jordan geht, um es in Besitz zu nehmen!
5. Mose 32.45 – 47

Yeshua sagt, dass wir tun sollen, was ER tat. Dann werden wir mit IHM in einer innigen Beziehung leben und in Vollmacht handeln. Er tat den vollkommenen Willen seines Vaters, denn er lebte ohne Sünde. Er hielt den Shabbat Er feierte die prophetischen Feste des Vaters und auch sonst ehrte er den kompletten Willen des Vaters. Yeshua sagt, dass wir es ihm gleichmachen sollen. Dann leben wir im Willen des Vaters.

Gott ist ein Gott der Bündnisse. Wenn wir uns durch das Blut des Lammes Yeshua in seinem Bund hineinnehmen lassen, haben wir die Möglichkeit in einer innigen Beziehung mit ihm zu Leben. Durch den Heiligen Geist, der uns in alle Wahrheit führt ist es möglich.

Wir als Heidenchristen sind nicht in der Lehre der Torah aufgewachsen. Aus diesem Grunde haben die Apostel auf dem Apostelkonzil in Jerusalem eine weise Entscheidung getroffen:

Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
Apostelgeschichte 15. 19-21

Im Grunde wird hier gesagt, dass wir, wenn wir unser Leben durch Yeshua unter die Regie Gottes stellen, an jedem Shabbat in der Torah gelehrt werden sollen. Nur so können wir im Willen des Vaters wachsen. Möge der Heilige Geist uns in seine Wahrheit leiten.