Die Opfer aus 3. Mose 1-5

Das 3. Buch Mose (Wajikra) beginnt damit, dass יהוה aus der Stiftshütte heraus Mose ruft, um ihn mitzuteilen, wie Jemand der es auf dem Herzen hat, angemessen יהוה ein Opfer darbringt. Die Tatsache, dass יהוה ruft, zeigt, wie wichtig ihm die Beziehung zu seinem Volk ist.

Das 2. Buch Mose (Shemot) endete mit der Einweihung der Stiftshütte. In 15 Kapiteln wurde der Bau, die Materialien, die Farben etc. genau beschrieben. Auch das ist kein Zufall, denn sie stellt das ewige Modell der Anbetung dar. Die Stiftshütte ist das Abbild des Tempels im Himmel:

„Und achte sorgfältig darauf, dass du alles genau nach dem Vorbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist!“ (2. Mose 25.40).

Direkt nach dem Thema der Stiftshütte kommt die Torah nun zu den Opfern. So wie die Stiftshütte ein ewiges Bild der Anbetung darstellt, so stellen die Opfer eine ewige Ordnung in der Beziehung zu יהוה dar. Die Opfer sind nicht abgeschafft, wie es vielfach gelehrt wird. Dass bedeutet nicht, dass wir heute Tiere schlachten müssen (es gibt ja keinen Tempel), aber dass levitische Priestersystem stellt ein Modell für uns dar, die wir einen Hohepriester nach der Ordnung Mechisedeks (Yeshua) haben.

Da wir ein Volk von Priestern sein sollen, müssen wir lernen, was die Opfer in ihrem Kern bedeuten.

„so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“ (1.Petrus 2.5)

Das Wort „Opfer“ ist das hebräische Wort   קרבּן (Korban). Das Wort bedeutet soviel wie  יהוה nähern oder Hingabe. Die fünf Opfer in 3. Mose 1-5 zeigen uns, wie wir uns in dem Modell der Stiftshütte יהוה nähern können und die Beziehung zu ihm rein halten. Das ist ein lebenslanger Prozess, den wir ernst nehmen müssen.

Die Reihenfolge der Opfer ist wichtig:

1. עלה(Olah) Brandopfer:

Es ist ein freiwilliges Opfer. Es ist ein Bekenntnis und beinhaltet die komplette Lebensübergabe. Das eigene Leben wird aufgegeben und auf dem Altar verbrannt.

Die Eingeweide und die Schenkel des Tieres sollen gewaschen werden (3.Mose 1.9). Die Eingeweide symbolisieren hier das Innere des Menschen, die Schenkel den Wandel des Menschen. Alles soll in Zukunft יהוה unterstellt werden.

Yeshua hat sich freiwillig geopfert. Er ist der Erstling und hat sich dem Vater präsentiert. Der Vater hat die Erstlingsgabe angenommen. Wir sollen Yeshua folgen und es ihm gleichtun.

2. מנחה (mincha) Speiseopfer:

Auch das Speiseopfer ist ein freiwilliges Opfer. Es besteht aus Feinmehl. Das Feinmehl -סלת (solet) wird nach dem Mahlen durch ein Sieb vom normalen Weizenmehl –   קמח (kemach) getrennt (vgl. 2.Könige 7.16).
Bevor das Getreide zu Mehl wird, müssen die Körner zerstoßen – gebrochen werden. Anschließend wird es immer wieder gesiebt. Die groben Anteile werden aussortiert.

Das ist es, worum es für uns im Leben geht. Nachdem wir  יהוה  unser Leben unterstellt haben, geht es darum, unser Leben immer wieder durchzusieben. Wir müssen mit alten Gewohnheiten, Einstellungen, Traditionen etc. brechen und uns immer wieder zeigen lassen, wo wir etwas loslassen oder wo wir uns verändern müssen. Es geht nicht nur um Einstellungen im Herzen, sondern insbesondere auch um das praktische Leben.

Die Lebensübergabe beim Brandopfer wird hier praktisch. Jede Kleinigkeit, jeder Aspekt in meinem Leben muss herausgesiebt und geopfert werden.

Es geht darum, יהוה näher zu kommen. Dabei ist es wichtig, die klare Botschaft nicht mit Honig zu versüßen.

Weihrauch ist ein Symbol für die Gebete. Das Salz macht durstig nach dem lebendigem Wasser.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Wege, die ich gehe, mit dem Willen von יהוה übereinstimmen müssen.

3. שׁלם (shelem) Friedensopfer

Dieses Wort, shelem, das fast immer in der Pluralform schelāmîm vorkommt, ist mit dem wohlbekannten hebräischen Wort schālôm verwandt. Der hebräische Begriff umfasst mehr als nur die Abwesenheit von Feindschaft, er beinhaltet auch Wohlergehen, Unversehrtheit und den Frieden mit Gott.

Mit diesem Opfer wird der Frieden mit יהוה gemacht. Es hat sehr viel Ähnlichkeit mit dem Pessachmahl, wo der Opfernde auch von essen kann und muss.

„Der Anteil des Herrn, genannt »Speise des Feueropfers für den Herrn« (V. 11), war das Fett, die Nieren, der Leberlappen und der Fettschwanz. In 3. Mose 7,32-33 erfahren wir, dass der Priester, der das Opfer darbrachte, die rechte Keule erhielt, nachdem sie zuerst als Hebopfer dem Herrn dargebracht wurde. Die anderen Priester erhielten die Brust des Tieres (7,31). Dieses wurde vorher als Schwingopfer dem Herrn dargebracht, den Rest erhielt der Opfernde.“ (Kommentar Mc.Donald)

Yeshua ist unser Friedensopfer. Er selbst sagt:

Darum sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohnes esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.Denn mein Fleisch ist wahrhaftig Speise, und mein Blut ist wahrhaftig Trank. (Johannes 6.53-55)

Yeshua bezieht sich hier auf das Pessachfest, welches nahe war (Johannes 6.4). Aber ich denke, dass das Friedensopfer dem sehr ähnlich ist.

Eine weitere Besonderheit ist, dass das Friedensopfer auf dem Brandopfer geopfert werden sollte.

Und die Söhne Aarons sollen es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, samt dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer liegt, als ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN. (3.Mose 3.5)

Hier schließt sich der Kreis. Nachdem ich freiwillig יהוה mein Leben übergeben und somit die Herrschaft über mein eigenes Leben abgegeben habe, habe ich mein Leben von alten Gedanken, Gewohnheiten etc. gereinigt. Der Sauerteig aus meinem Leben ist raus. Nun kann ich mit יהוה in Frieden leben.

4. חטּאה (chaṭṭâ’âh) Sündopfer

Das Sündopfer dient dazu, die Beziehung zu יהוה wieder herzustellen, wenn man unwissend gesündigt hatte.

Rede zu den Kindern Israels und sprich: Wenn sich eine Seele aus Versehen versündigt gegen irgendeines der Gebote des HERRN, dass sie etwas tut, was man nicht tun darf, (3. Mose 4.2)

Sünde bringt immer den Bund mit  יהוה in Gefahr. Von daher kostete es etwas, wenn man gesündigt hatte. Ein Jungstier, welches das beste Tier sein sollte, war die Existenzgrundlage einer Herde.

Deutlich wird hier die besondere Verantwortung des Priesters vor יהוה. Wenn er sündigt gelten die gleichen Vorschriften, wie bei einer Sünde des gesammten Volkes. Ein Prieser ist das spirituelle Vorbild für das Volk, von daher ist es kein Zufall, dass beide hier hintereinander benannt werden.

Das Opfer-Ritual erinnert stark an Yom Kippur. Blut musste an die Vorderseite des Vorhangs im Heiligtum gesprengt werden sowie auf die Hörner des Rauchaltars im Heiligtum tun. Das Fett, die Leber und die Nieren des Tieres sollen auf dem Brandopferaltar geopfert werden. Der Rest des Stieres soll außerhalb des Lagers verbrannt werden.

Beim Ritual für die Gemeinde soll nur das Fett auf dem Brandopferaltar verbrannt werden.

Anschließend wird noch der Fürst des Landes und ein einfaches Glied der Gemeinde Israel benannt. Auffällig ist, dass der Wert des Opfers deutlich herunter geht. Beim Fürst ist es ein Bock, bei jemandem aus dem Volk ist es eine weibliche Ziege. Dass bedeutet nicht, dass deren Sünden weniger schlimm sind. Es ist der Liebe und Barmherzigkeit von  יהוה zu verdanken, dass er jedem die Möglichkeit gibt, nach seinen vorhandenen Ressourcen die Opfer zu opfern.  יהוה sehnt sich danach, die Beziehung mit jedem wieder in Ordnung zu bringen. Er hat kein Interesse an Strafe. Er liebt aber reine Herzen.

5. אשׁם (ascham) Schuldopfer

Hier geht es um Menschen die Sünde gesehen oder erfahren haben und es nicht anzeigen, die etwas Unreines angerührt haben oder einen Schwur nicht gehalten haben.

Bei diesen Beispielen merkt man, wie heilig und rein יהוה ist und das nur in seine Nähe kommen kann, wer selber rein ist. Alle Handlung, die gegen die Torah geht ist Sünde.

יהוה ist so gütig, dass er uns legale Wege aufzeigt, wie wir ihn wieder nahen können.
In diesen Fällen ist es sogar so, dass er in besonderer Weise auf die materiellen Möglichkeiten achtet. Er akzeptiert ein weibliches Tier vom Schaf oder Ziege. Er akzeptiert aber auch Tutteltauben oder zwei zehntel Efa Feinmehl.

Wer materiellen Schaden dem Heiligtum zufügt soll einen makelosen Widder opfern und den Schaden ertatten plus ein Fünftel hinzufügen.

Selbst wenn es unwissentlich geschah ist es Sünde. Auch Übervorteilung, falsche Eide, Untreue etc. müssen entsprechend gesühnt werden. Hier ist das Opfer wieder ein makeloser Widder.

Zusammenfassung

Die Opfer sind alle noch gültig. Wir müssen sie nur entsprechend unserer Beziehung zu Yeshua ha Mashiach, unserem Kohen ha Gadol nach der Ordnung Melchisedeks verstehen. יהוה sehnt sich nach einer Beziehung zu uns. Er will das die verlorenen Schafe des Hauses Israel wieder nach Hause kommen. In den ersten drei Opfer zeigt er uns, wie wir eine Beziehung in Frieden mit ihm leben können. Dabei wird deutlich, dass es uns was kostet, da wir in einem verdorbenen Geschlecht leben. Auch wir müssen uns von liebgewordenen trennen.

Die letzten beiden Opfer zeigen uns, wie wir uns zu verhalten haben, wenn wir sündigen.

Da wir als Gläubige in Yeshua Priester sind, fordert uns יהוה auf, uns täglich morgends und abends IHM zu präsentieren.

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