„Ich habe euch nie gekannt“

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.  Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?  Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!
Matthäus 7.21-23

Dieser Text hat mir früher sehr viel Probleme bereitet. Wer ist es, zu dem Yeshua sagt, „ich habe euch nie gekannt?

Yeshua sagt es im Rahmen der Bergpredigt. Er spricht hier von den Willen seines Vaters. Und nur diese Menschen werden mit ihm die Ewigkeit erleben.
Nun gibt es wohl Menschen, die in seinem Namen, in Yeshuas Namen, beten, heilen, und Dämonen austreiben. Aber mit diesen Menschen hat er nichts zu tun. Mit ihnen hat er keine Beziehung.

Das Wort „gekannt“, welches Yeshua hier benutzt, hat aus der hebräischen Sprache (er sprach hebräisch) die Bedeutung einer intimen Beziehung. Er sagt also, dass er mit diesen Menschen in keiner innigen, intimen Beziehung steht. Der Grund ist, dass diese Menschen nicht den Willen des Vaters tun. Obwohl sie in seinem Namen beten.

Aber was ist nun der Wille des Vaters?
In der Bergpredigt sagt Yeshua am Anfang, dass die Torah (im deutschen übersetzt mit Gesetz) weiterhin gilt:

Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel.
Matthäus 5.17-19

In diesem Kontext müssen wir den o.g. Text aus Matthäus 7 verstehen.
Erst sagt er, dass die Torah weiterhin gilt, dann präzisiert er einige Gebote und sagt, dass nur er nur mit dem Menschen eine innige Beziehung hat, die den Willen des Vaters, die Torah, halten.

Warum ist es so?
Zuerst, weil unser Vater der Schöpfer des Lebens ist und er am Besten weiß, wie wir ein erfülltes Leben führen können. Er ist ja der Erfinder des Lebens.

Zum Anderen weil seine Torah „Leben“ ist.

Und als Mose dies alles zu ganz Israel geredet hatte, da sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, damit ihr sie euren Kindern gebietet, dass sie darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu befolgen. Denn es ist kein leeres Wort für euch, sondern es ist euer Leben, und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, in das ihr über den Jordan geht, um es in Besitz zu nehmen!
5. Mose 32.45 – 47

Yeshua sagt, dass wir tun sollen, was ER tat. Dann werden wir mit IHM in einer innigen Beziehung leben und in Vollmacht handeln. Er tat den vollkommenen Willen seines Vaters, denn er lebte ohne Sünde. Er hielt den Shabbat Er feierte die prophetischen Feste des Vaters und auch sonst ehrte er den kompletten Willen des Vaters. Yeshua sagt, dass wir es ihm gleichmachen sollen. Dann leben wir im Willen des Vaters.

Gott ist ein Gott der Bündnisse. Wenn wir uns durch das Blut des Lammes Yeshua in seinem Bund hineinnehmen lassen, haben wir die Möglichkeit in einer innigen Beziehung mit ihm zu Leben. Durch den Heiligen Geist, der uns in alle Wahrheit führt ist es möglich.

Wir als Heidenchristen sind nicht in der Lehre der Torah aufgewachsen. Aus diesem Grunde haben die Apostel auf dem Apostelkonzil in Jerusalem eine weise Entscheidung getroffen:

Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten. Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.
Apostelgeschichte 15. 19-21

Im Grunde wird hier gesagt, dass wir, wenn wir unser Leben durch Yeshua unter die Regie Gottes stellen, an jedem Shabbat in der Torah gelehrt werden sollen. Nur so können wir im Willen des Vaters wachsen. Möge der Heilige Geist uns in seine Wahrheit leiten.

2 Antworten auf „„Ich habe euch nie gekannt““

  1. Soll das heißen, dass wir durch Yeshua in das Halten der Gesetze eingeführt werden z.B. die Feste, den Shabbat, dass Frauen sich ihrem Mann unterordnen oder nicht predigen dürfen, Männer keine langen Haare tragen dürfen, keine Homosexualität usw. usw.,? Ich verstehe das nämlich noch nicht so recht. Warum werden manche Gesetze so sehr hervorgehoben, dass man sie halten solle, wie z.B. den Zehnt und andere wiederum nicht?
    Ich würde mich freuen, wenn ich Antworten erhalte. Vielen Dank und ein gesegnetes Posaunenfest.

  2. Shalom,
    danke, für Ihre Fragen, die ich versuch, so gut, wie es mir möglich ist, zu beantworten.
    Laut Bibel sind wir, sobald wir an den Messias Yeshua glauben, nach Römer 11 in den edlen Ölbaum Israel eingepfropft und haben Anteil an den verheißenen Segnungen.

    Wie man hieran sieht, ist der noch immer in vielen Gemeinden vertretende ersatztheologische Ansatz, dass wir Christen und nicht Israel dass neue Volk der Verheißung ist, nicht richtig. Im Gegenteil, wir gehören als Gläubige zu Israel. Wir gehören zu den 10 in alle Welt verstreuten und in die Nationen assimilierten Stämmen Israels (Das Nordreich). Das, was wir heute als Israel bezeichnen, ist das Südreich Juda.

    Yeshua sagt selber, dass er nur gekommen ist, die verlorenen Schafe des Hauses Israel zu sammeln:

    Mt 15.24 Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel

    Weiterhin sagt er:

    Joh 10.16 Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.

    Das deckt sich damit, dass beim Auszug aus Ägypten nicht nur Angehörige der 12 Stämme Israels auszogen, sondern viele Menschen mit anderen nationalen Identitäten. Diese wurden ebenfalls eingepfropft. Später lesen wir nur noch vom Volk Israel.

    2.Mo 12.37 Und die Kinder Israel brachen auf von Raemses nach Sukkot, etwa 600.000 Mann zu Fuß, die Männer ohne die kleinen Kinder.
    2.Mo 12.38 Und auch viel Mischvolk zog mit ihnen herauf, und Kleinvieh und Rinder, sehr viel Vieh.

    D.h., wenn wir an den Messias Yeshua glauben, gehören wir zu Israel.
    Was heißt das nun im Bezug auf die Torah? Torah bedeutet eigentlich eher Belehrung und Unterweisung? Es wird in der Bibel leider nur mit Gesetz übersetzt.
    Der Grund, warum Yeshua sterben musste war, dass die Sünde wie ein Geschwür sich ausbreitet. Auch heute. Sünde wird in der Bibel definiert als Übertretung der Torah, von der nach Aussage Yeshuas noch alles gilt. Sein Tod macht es erst möglich, zurück in dem Bund zu kommen. Der Bund am Sinai war eine Hochzeitsfeier. Die Torah war und ist der Hochzeitsvertrag. Das können wir u.A. auch daran erkennen, dass YHWH selbst sagt, dass er der Ehemann ist:

    Jer 3.14 Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Eheherr! Und ich will euch nehmen, einen aus [jeder] Stadt und zwei aus [jeder] Familie, und euch nach Zion bringen.

    Wie ich auf meiner Website in einem Blogartikel kurz ausgeführt habe, kann man aus dem hebräischen Grundtext ersehen, dass die Gebote und Satzungen die Gebote und Satzungen Yeshuas sind. Denn am Ende der Bibel, in der Offenbarung heißt es:

    Offb 1.8 Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.

    Das Alpha und das Omega sind der erste und der letzte Buchstabe im griechischen Alphabet. Da Yeshua aber Hebräer war und hebräisch gesprochen hat, hat er den ersten und den letzten Buchstaben des hebräischen Alephbets genommen, das Aleph und das Tav. Dieses Aleph-Tav (אֶת) kommt häufig in der Bibel vor, ohne das es entsprechend übersetzt wird. Yeshua sagt hier letztendlich, dass er gemeint ist, wenn das Aleph-Tav Verwendung findet. Im Bezug auf die Gebote und Satzungen und vielen anderen Stellen, können wir erkennen, dass es seine Satzungen und Gebote sind. Ein Beispiel:

    5.Mo 4.40 Und halte seine Satzungen ( אֶת־חֻקָּיו ) und seine Gebote ( וְאֶת־מִצְוֹתָיו ), die ich dir heute gebiete, damit es dir und deinen Kindern nach dir wohl ergehe und damit du deine Tage verlängerst in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir für immer gibt.

    Ich habe bei diesem Vers die entsprechenden hebräischen Wörter eingefügt.
    Hieran wird deutlich, wessen Gebote und Satzungen es sind. So können wir auch die Aussage Yeshuas verstehen, wenn er sagt:

    Joh 14.15 Wenn ihr mich liebt, so haltet meine Gebote;

    oder

    Joh 14.23 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
    Joh 14.24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.

    Was heißt das nun alles praktisch?
    Ich kann verstehen, dass das für Viele ganz neue Gedanken sind. Ich selbst habe gebraucht, um mich neu zu orientieren, nachdem ich lange Jahre in Gemeinden fragend und suchend letztendlich keine Antworten gefunden habe.
    Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass Yeshua niemals gesagt hat „Du musst“. sondern er hat gesagt „Wenn du mich liebst“. Es geht also nicht um, was man alles tun muss, sondern um Beziehung. Als ich geheiratet habe, hat sich in der Folgezeit mein Leben radikal geändert. Meine Entscheidungen waren nun nicht mehr nur im Bezug auf meine Person zu treffen, sondern ich traf meine Entscheidungen unter dem Aspekt, was uns, also meiner Frau und mir, nützlich erschien. Das war komplett etwas anderes.
    Genauso ist es in der Beziehung zu Yeshua. Für mich war es anfangs verwirrend aber ich musste eine Entscheidung treffen. Die Frage war, möchte ich mit ihm leben oder nicht. Egal, welche Entscheidung man trifft, es hat Konsequenzen für mein Leben.

    Es ist schwierig, auf die einzelnen Punkte, die Sie in Ihrer Frage haben einzugehen, da es immer wieder auch andere Aspekte berührt. Mein Ratschlag, den ich für Sie habe ist, suchen Sie sich, wenn möglich, in Ihrer Gegend einen Shabbat-Kreis oder -gemeinde. Beginnen Sie den Shabbat zu halten, denn das ist der Schlüssel und ein Zeichen des Bundes. Und fangen Sie an, mit offenen Herzen die Torah zu lesen und Fragen zu stellen.
    Genauso haben es auch die Apostel empfohlen, als sie beim ersten Apostelkonzil in Jerusalem die Frage diskutierten, wie man mit zum Glauben gekommene Heiden umgehen soll:

    Apg 15.19 Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auflegen soll,
    Apg 15.20 sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut zu enthalten.
    Apg 15.21 Denn Mose hat von alten Zeiten her in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, da er in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.

    Es geht hier darum, dass Niemand zu Beginn überfordert werden soll. Eine Beziehung ist immer ein Wachstumsprozess. Wenn ich beginne mich zu entscheiden, dass YHWH der Mittelpunkt meines Lebens werden soll, ich mich dann sexuell rein halte und nichts mehr esse was Blut enthält, dann ist es für den Anfang schon eine Menge. Alles Andere folgt später, wenn die Beziehung fester wird.

    Auf meiner Website habe ich unter dem Button „Shabbatgemeinschaften“ einige mir bekannte Gemeinschaften aufgeführt. Ansonsten gibt es da auch eine Karte, in der deutschlandweit Personen, Gruppen und Gemeinden aufgeführt sind.
    Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiter helfen.

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