Am letzten Shabbat haben wir uns unter anderem mit Nadab und Abihu beschäftigt, die Söhne Aarons, die mit ihren Räucherpfannen vor YHWH falsches Feuer gebracht haben und von YHWH deshalb verbrannt wurden. Diese Begebenheit finden wir in 3.Mose 10.1-2. Diese Begebenheit fand am achten Tag statt (3.Mose 9.1).

3.Mo 10.1 Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor YHWH dar, das er ihnen nicht geboten hatte.

3.Mo 10.2 Da ging Feuer von YHWH aus und verzehrte sie, und sie starben vor YHWH.

Nadab und Abihu stellen meines Erachtens prophetisch hier eine Spezielle Gruppe von Menschen dar. Es waren Söhne Aarons. Sie waren berufen und auserwählt zur Priesterschaft. Sie wurden zu Priestern geweiht und durften ihren Dienst vor YHWH tun. Sie hatten dadurch im Volk eine besondere Stellung.

Auch wir, die wir durch Yeshua wieder in den edlen Ölbaum Israel eingepfropft sind, werden als Priester und Könige bezeichnet. Auch wir sind berufen und auserwählt. Von daher hat diese Begebenheit auch etwas mit uns zu tun.

Diese Begebenheit fand am achten Tag statt, der prophetisch für die Ewigkeit und die komplette Wiederherstellung steht. In der Offenbarung des Johannes wird über diesen Tag im Kapitel 21 gesprochen. Hier steht in Offb 21.1-8:

 

Offb 21.1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr.

Offb 21.2 Und ich, Johannes, sah die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

Offb 21.3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

Offb 21.4 Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

Offb 21.5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er sprach zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

Offb 21.6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen! Ich bin das Aleph und das Tav, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst!

Offb 21.7 Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Offb 21.8 Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner — ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod.

Hier wird uns im Vers 8 eine Liste von Personen genannt, die nicht in die Ewigkeit eingehen werden. Später in Vers 25 steht, dass die Stadt niemals verschlossen wird.

Da die Bibel von Anfang bis zum Ende von Israel spricht, von Menschen, die im Buch des Lebens eingeschrieben werden (Offb 21.27), kann man davon ausgehen, dass der Vers 8 im Kontext mit Nadab und Abihu zu sehen ist, die zwar berufen und auserwählt waren, aber aufgrund von Sünde nicht im Buch des Lebens eingeschrieben worden sind.

Welch eine Tragik.

Im Folgenden möchte ich versuchen, die Personengruppen im Vers 8, die keinen Anteil haben an der Herrlichkeit bekommen näher zu beleuchten.

Feiglinge: bedeutet laut Strongs auch feige, furchtsam, ängstlich, verzagt. Ich denke hier sind Menschen gemeint, die eher auf sich sehen, anstatt auf YHWH. Das können Menschen sein, die sich nicht trauen, vor Menschen ihren Glauben zu vertreten, wie es Yeshua fordert:

Mt 10,32 Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.

oder auch Menschen, die sich, warum auch immer, in sich zurückziehen und sich ihrem Schicksal ergeben, ohne auf die Hilfe Elohims zu vertrauen. Yeshua verspricht uns, dass, wenn wir nach den Königreich Elohims trachten und nicht auf uns selbst schauen, wir alles bekommen.

Mt 6.33 Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!

Mt 6.34 Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.

Ungläubige: Dieses Wort bezeichnet Menschen, die zwar sagen, dass sie glauben, aber nicht wirklich unserem Vater im Himmel vertrauen. Dadurch sind sie nicht wirklich treu. Das hebräische Wort für Glauben heißt „aman“ und beinhaltet die Eigenschaften „Treue“ und „Vertrauen“. Hier stellt sich die Frage, auf wem setzen wir wirklich unser Vertrauen.

Paulus beschreibt im 1. Korintherbrief eine extreme Begebenheit, durch die er in seinem Dienst durchmusste:

1.Kor 1.8 Denn wir wollen euch, Brüder, nicht in Unkenntnis lassen über unsere Bedrängnis, die uns in [der Provinz] Asia widerfahren ist, dass wir übermäßig schwer zu tragen hatten, über [unser] Vermögen hinaus, sodass wir selbst am Leben verzweifelten;

1.Kor 1.9 ja, wir hatten in uns selbst schon das Todesurteil, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.

1.Kor 1.10 Er hat uns denn auch aus solch großer Todesgefahr gerettet und rettet uns noch; und wir hoffen auf ihn, dass er uns auch ferner retten wird,

Trachten wir danach, mutig zu sein und die Herrlichkeit zu erlangen, indem wir YHWH vertrauen der uns fordern aber nicht überfordern wird. Im gleichen Brief schreibt Paulus:

1.Kor 10.13 Es hat euch bisher nur menschliche Versuchung betroffen. Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, sodass ihr sie ertragen könnt.

Mit Gräueln Befleckte: Das Wort wird in der griechischen Strongs auch mit ekelhaft, abscheulich, unflätig, scheußlich übersetzt. Im Hebräischen beinhaltet es auch Abscheu und schänden.

In der Torah wird dieses mit Götzendienst im Zusammenhang gebracht. YHWH fordert uns auf, mit alten Traditionen und Gewohnheiten zu brechen und uns seinen Anweisungen zuzuwenden. Nur so beflecken wir uns nicht mit Gräueln. Jede Sünde, die wir tun, stellt ein Gräuel vor YHWH dar. Bildlich gesprochen bedeutet das, dass wir nicht zurück (alte Gewohnheiten und Traditionen) sondern nach vorne schauen (auf Yeshua und seine Gerechtigkeit) schauen sollen.

Mörder: Im Hebräischen heißt das Wort „harag“. Übersetzt heißt es töten, verderben, erschlagen, niedermachen. Das griechische Wort ist „phoneus“, was zu Deutsch Schläger heißt.

Yeshua bezieht das Töten nicht nur auf die vollendete Tat, sondern bezieht auch schon die eigenen Gedanken, die wir über einen Menschen haben, sowie die Absicht ein. In der Bergpredigt sagt er:

Mt 5,21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten!«, wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.

Mt 5,22 Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! (aramäischer Ausdruck für Verachtung) der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.

Das bedeutet, dass wir immer wieder unser Herz überprüfen müssen, wie wir und was wir über unsere Mitmenschen denken und sagen. Da sind wir dann ganz nah bei dem Gebot der Feindesliebe.

Unzüchtige: Das Wort heißt auf Griechisch „pornos“, was auf Pornografie hinweist. Im Hebräischen wird es auch als Hurerei bezeichnet. In den Studienhilfen zur Schlachter 2000 heißt es:

„Mit »Unzucht« od. »Hurerei« (gr. porneia) bezeichnet die Bibel alle Formen von vor und außerehelichem Geschlechtsverkehr. Unzucht, die eigensüchtige Erfüllung geschlechtlicher Begierden außerhalb der göttlichen Ordnung der Ehe…“

Auch hier zieht Yeshua schon früh die Grenze. In der Bergpredigt sagt er:

Mt 5.27 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen!«

Mt 5.28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Yeshua sagt, dass der Ehebruch in unserem Herzen beginnt. Die Ehe als solche stellt spirituell die Beziehung des Bräutigams Yeshua zu seiner Braut (die 12 Stämme Israels) dar. Von daher bedeutet Ehebruch auch immer die Abkehr von Yeshua.

Wenn ich in meinem Herzen auf Abwegen bin, entferne ich mich von den Geboten. Die Folge ist, dass ich nicht mehr auf meinem Bräutigam schaue, sondern auf meine Lust. Das hat Auswirkungen auf meine Ehe.

Zauberer: Das Wort bedeutet ist das griechische Wort „pharmakeus“. Die Herkunft des griechischen Wortes bezieht sich auf Zaubermittel; das Gegengift als Heilmittel.

Die Strongs sagt hierzu: „jmd. der magische (Heil)Mittel herstellt bzw. mischt; ein Scharlatan, ein Magier.“

Das hebräische Wort „anan“ bedeutet hervorbringen, erzeugen, zaubern, wahrsagen.

Hier wird also ein größerer Bereich an Bedeutungen angesprochen. Im Kern meint es aber meines Erachtens das „Hilfe holen“ woanders, als bei Elohim. Astrologie und Beschwörungen gehören genauso dazu, wie sich „nur auf Medizin und Ärzte zu verlassen.“ Ich möchte hier nicht pauschal gegen Ärzte sprechen. Mir geht es grundsätzlich darum, dass wir immer wieder überprüfen, von wo unsere Hilfe kommt.

Ps 121.1 Ein Stufenlied. Ich erhebe meine Augen zu den Bergen: Woher wird meine Hilfe kommen

Ps 121.2 Meine Hilfe kommt von YHWH, der Himmel und Erde gemacht hat.

Ps 121.3 Er wird nicht zulassen, dass dein Fuß wanke; dein Hüter schlummert nicht.

Götzendiener: In der Strongs steht hierzu: „Anbeter bzw. Verehrer von falschen Göttern. Da es sich eigtl. um ein Dienen um Lohn handelt, ist auch Habsucht Götzendienst“

Es geht hier eigentlich darum, wonach unser Herz strebt. Was ist der Mittelpunkt unseres Lebens? Wovon wird unser Leben bestimmt? Yeshua bringt es klar auf den Punkt:

Mt 6.24 Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!

Mammon ist ein aramäisches Wort für Reichtum und Besitz.

Lügner: Hier ist nicht nur Lügen, sondern auch Betrügen gemeint. Dazu zählen auch Gerüchte, ungeprüfte Behauptungen. Jede Unwahrheit vernichtet Vertrauen zwischen Menschen. Auch Witzeleien über Menschen tragen Lügen in sich, da sie das Bild über den Menschen verzerren. Wenn wir so handeln und reden, dann dienen wir den Vater der Lüge und nicht YHWH.

Joh 8.42 Da sprach Yeshua zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt.

Joh 8.43 Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!

Joh 8.44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir, um den achten Tag zu erleben, Yeshua immer ähnlicher werden und unser altes Leben an das Kreuz bringen müssen. Auch hier hat Yeshua eine klare Aussage gemacht:

Mt 16.24 Da sprach Yeshua zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!

Mt 16.25 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.

Nadab und Abihu waren als Priester geweiht. Alle Verheißungen galten für sie. Sie haben sie nicht ergriffen, weil sie untreu waren.

Auch wir sind durch den Opfertod Yeshuas berufen, eine heilige Priesterschaft und ein königliches Priestertum zu sein. Ergreifen wir das Geschenk und sind treu. Gehen wir seine Wege und nicht unsere Wege.

2.Kor 10.3 Denn obgleich wir im Fleisch wandeln, so kämpfen wir doch nicht nach Art des Fleisches;

2.Kor 10.4 denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen,

2.Kor 10.5 sodass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus

Möge Yeshua uns helfen, uns in diesem Kampf beizustehen.

Keinen Anteil an der Herrlichkeit – Offenbarung 21.8

Beitragsnavigation


Ein Gedanke zu „Keinen Anteil an der Herrlichkeit – Offenbarung 21.8

  1. Nadab und Abihu haben nicht „ihre Verheissung nicht ergriffen“. Ihre Sünde Überheblichkeit und Vermessenheit. Vielleicht waren sie überwältigt von der Erfahrung der Herrlichkeit Gottes, die über die Versammlung gekommen war und sie haben EIGENMÄCHTIG ihre GRENZEN ÜBERSCHRITTEN. Ihr Aufgaben waren ganz klar definiert gewesen, aber in Übereifer, Begeisterung und Selbstüberschätzung massten sie sich eine AUFGABE an, die ihnen nicht zugedacht, noch zugestanden war. Das war ihre Sünde. Und das sollen wir aus der Lektion lernen, nicht eigenmächtig über unseren Glauben hinaus zu treten. Paulus ermahnt uns, GEMÄSS DEM MASS UNSERES GLAUBENS zu handeln. Das ist die Aplikation auf heute. Wenn wir jung im Glauben sind, mögen wir manches mal uns selbst überschätzen und Gott stellt sich dazu, aber wenn wir reifer in Christus geworden sind, seine Stimme durch den Heiligen Geist besser gelernt haben zu unterscheiden, wird Er unsere Übertretungen auch anders bewerten. Natürlich gibt es immer Gnade, aber Gott will aus uns Söhne und Töchter machen, die mit Christus das Erbe einnehmen und gelernt haben ihre eigene Stimme von seiner Stimme zu differenzieren. Wir werden mehr Vollmacht im Geist erhalten, je gehorsamer wir gelernt haben zu sein. Wenn wir permanent gegen diese Stimme rebellieren, werden wir uns im geistlichen Lauf disqualifizieren und nicht die Vollmacht erhalten, die Gott uns als Erben des Reiches zugedacht hat. Nadab und Abihu wurden mit dem Tod bestraft – wie im NT Ananias und Safira, die versuchten die Gemeinde hinters Licht zu führen. Gott greift in der heutigen Zeit nicht mehr so krass ein, vielleicht weil wir auch viel weniger Zeichen und Wunder erleben. Nadab und Abihu haben über ihren Auftrag hinaus gehandelt und bei uns besteht die Gefahr über das Mass unseres Glaubens hinaus handeln, was zum Tod der Gemeinschaft Gottes führen kann. Im Buch die „Generäle Gottes“ sehen wir wie viele geistliche Leiter gefallen sind. Das sollte uns eine Warnung sein, zu lernen in der Abhängigkeit zu bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.