Zu Pessach, am Sederabend, haben wir gefeiert, dass wir aus Ägypten ausgezogen sind. Die Frage ist:

Woraus sind wir ausgezogen?

Wir sind aus Ägypten ausgezogen.

Das Wort Ägypten hat im Hebräischen eine besondere Bedeutung:

Ägypten: H4714 מצרים (mizrajim): Doppelte Straße
Wurzel: H4693
מצור (mazor): besiegte Plätze
Wurzel: dasselbe wie H4692
מצור (mazor): Angst, Bollwerk, Belagerung
Wurzel: H6696
צוּר (zur): sichern, begrenzen, einschließen, belagern, verschließen

·         Wenn wir aus Ägypten ausgezogen sind, dann sind wir ausgezogen aus dem Bollwerk und Gefängnis der Angst.

·         Wir sind ausgezogen aus dem Land, in der doppelten Straße, in dem wir mehreren Göttern gedient haben der Religion des Goldenen Kalbes.

·         Wir sind ausgezogen aus dem Land, indem wir das Gefühl hatten, besiegt zu sein und fremden Göttern dienen zu müssen.

·         Wir sind ausgezogen aus dem Land, wo uns fremde Rituale und religiöse Traditionen sagen wollen, wie wir leben sollen.

·         Wir sind ausgezogen aus der Knechtschaft der Sünde, weil wir durch die blutbeschmierte Tür gegangen sind, welches das Opfer Yeshuas für uns darstellt. Er hat uns vergeben.

Wir sind aus Ägypten ausgezogen.

Wir haben das alles verlassen um in die Freiheit zu kommen, die der Mashiach Yeshua uns gibt.

Gal 5.1 So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Mashiach befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen!

 

Durch was besteht die Gefahr, wieder in Knechtschaft zu geraten?

Yeshua erzählt bezüglich dieses Themas ein Gleichnis:

Mt 18.21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: Adonai, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis siebenmal?

Mt 18.22 Yeshua antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmalsiebenmal!

Mt 18.23 Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte.

Mt 18.24 Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10 000 Talente schuldig.

Mt 18.25 Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen.

Mt 18.26 Da warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!

Mt 18.27 Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.

Mt 18.28 Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist!

Mt 18.29 Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!

Mt 18.30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.

Mt 18.31 Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall.

Mt 18.32 Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest;

Mt 18.33 solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?

Mt 18.34 Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war.

Mt 18.35 So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergebt.

 

Geht es uns nicht ähnlich? Wir feiern Pessach, den Auszug aus unserem persönlichen Ägypten, unsere Schuld ist vergeben durch das Blut des Lammes Yeshua und sind weiterhin unbarmherzig gegen unsere Mitmenschen.

Und dann fühlen wir uns sogar im Recht, weil wir ungerecht behandelt worden sind. Als Folge davon verdammen wir diese Menschen, sind zornig oder rächen uns sogar. Wir meiden dann jeglichen Kontakt oder sammeln Minuspunkte in unserem Herzen gegen diese Person, um ihr bei Gelegenheit ihr das heimzuzahlen.

Sind diese Reaktionen uns so unbekannt?

Wenn wir so handeln, dann sündigen wir und sind in der Gefahr, zurück nach Ägypten zu gehen und so die liebevolle Vergebung Yeshuas zu verlieren.

Yeshua sagt uns, dass wir kein Recht haben, andere Menschen zu verurteilen.

In dem berühmten Gebet, welches er uns gelehrt hat, heißt es:

Mt 6.12 Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.

Kurz vorher sagt er:

Mt 5.43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

Mt 5.44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen,

Mt 5.45 damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.

Mt 5.46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?

Mt 5.47 Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?

Mt 5.48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

 

Yeshua möchte, dass wir als vollkommen dargestellt werden beim Vater im Himmel. Er hat alles dafür getan.

Aber wie schwer fällt es uns. Alte Verletzungen kommen immer wieder hoch. Menschen, denen wir begegnen erinnern uns unbewusst an Personen, die uns in der Vergangenheit übel mitgespielt haben. Aber das alles weiß unser himmlischer Vater. Und trotzdem sagt er: VERGEBT! Denn das Geheimnis der Vergebung ist HEILUNG der Herzen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es in manchen Fällen ein schwieriger Prozess ist. Dieser Prozess kann Tränen kosten. Dieser Prozess verlangt von uns den eigenen Stolz abzulegen. Aber dieser Prozess ist notwendig, um wirklich aus Ägypten herauszukommen und in die Freiheit zu gehen.

Schau nicht zurück – Schau nach vorne.

Jes 61.1 Der Geist Adonai YHWH´s ist auf mir, weil YHWH mich gesalbt hat, den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, die zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen;

Jes 61.2 auszurufen das Jahr des Wohlgefallens YHWH´s und den Tag der Rache unseres Elohims und zu trösten alle Trauernden;

Jes 61.3 um den Trauernden Zions aufzusetzen und ihnen zu geben Kopfschmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, ein Ruhmesgewand statt eines verzagten Geistes; damit sie genannt werden „Terebinthen der Gerechtigkeit, eine Pflanzung des YHWH´s“, zu seiner Verherrlichung.

 

Unser Auszug aus unserem Ägypten

Beitragsnavigation


4 Gedanken zu „Unser Auszug aus unserem Ägypten

  1. Herzlichen Danke für die tieferen und einfache Gedanken. Eigentlich jeder von uns ist verantwortlich ob im gefengnis in Ägypten bleibt oder befreit wurde. Auf den befreienden Jahwe durch Jeschua schauen und vertrauten. Amen.

  2. Danke Kay für Deine kurze Auslegung. Gerade die Stelle Matthäus 18,22 ist immer wieder ein wichtiger Punkt in unserem Leben. Eine Stelle, die vielen Menschen sehr schwer fällt. Der Auszug muss ganz stattfinden, sonst wird er scheitern. Viele die den Weg begonnen haben, halten an Dingen des alten Ägyptens fest und straucheln. Nachfolge ist kein Sahneschlecken, sondern tägliches Überwinden. Shalom Hartwig + Heidi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.