Was ist der Fluch der Torah?

Denn alle, die aus Werken des Gesetzes (Torah) sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun«. (Galater 3.10)

Um sich diesem Thema zu nähern ist es nötig, sich auch anzuschauen, was die Bibel zum  Thema „Sünde“ sagt. Denn Sünde und Fluch gehören zusammen.

Sünde

Sünde ist das hebräische Wort  חטּאה  (chaṭṭâ’âh) und bedeutet „Straftat“ aber auch „Zielverfehlung – das Ziel verpassen“. Sünde bedeutet, gegen den Willen YHWH´s (Gottes) zu handeln. Es bedeutet, das Ziel, der ewigen Verbundenheit mit YHWH (Gott) zu verlieren.

Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der HERR, der HERR, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue; der Tausenden Gnade bewahrt und Schuld, Übertretung und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern bis in das dritte und vierte Glied! (2.Mose 34.6-7)

Wie ich schon einmal an anderer Stelle erwähnt habe, war und ist es der Wunsch YHWH´s (Gottes), dass seine Braut, die 12 Stämme Israels, wieder gesammelt werden. Dieses kann aber nur geschehen, wenn für die Sünde gesühnt wird.

Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden. (Matthäus 1.21)

Sein Volk ist Israel und alle, die sich in diesen Ölbaum einpfropfen lassen.

Fluch

Fluch ist das hebräische Wort קללה  (qelâlâh) und bedeutet Verwünschung / Fluch.

Fluch ist auch das Gegenteil von Segen:
Ich nehme heute Himmel und Erde gegen euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben, damit du lebst, du und dein Same, indem du den HERRN, deinen Gott, liebst, seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst; (5. Mose 30.19-20a)

Der Fluch der Torah

Fluch ist das Gegenteil von Segen. Um dem Volk Israel dieses vor Augen zu führen, sollten sie, bevor sie in das Land einziehen zur Hälfte auf dem Berg Ebal und auf dem Berg Garizim steigen:

Und wenn dich der HERR, dein Gott, in das Land bringt, in das du kommst, um es in Besitz zu nehmen, so sollst du den Segen auf dem Berg Garizim erteilen und den Fluch auf dem Berg Ebal. (5.Mose 11.29)

Später wird dieses Ereignis genauer beschrieben:

Und Mose gebot dem Volk an jenem Tag und sprach:
Diese sollen auf dem Berg Garizim stehen, um das Volk zu segnen, wenn ihr über den Jordan gegangen seid: Simeon, Levi, Juda, Issaschar, Joseph und Benjamin.
Und diese sollen auf dem Berg Ebal stehen, um zu verfluchen: Ruben, Gad, Asser, Sebulon, Dan und Naphtali.
Und die Leviten sollen das Wort ergreifen und zu allen Männern Israels mit lauter Stimme sagen:
Verflucht sei, wer ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, das dem HERRN ein Gräuel ist, ein Machwerk von Künstlerhand, und es heimlich aufstellt! Und das ganze Volk soll antworten und sagen: Amen!
Verflucht sei, wer seinen Vater und seine Mutter verachtet! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer die Grenze seines Nächsten verrückt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer einen Blinden auf dem Weg irreführt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer bei der Frau seines Vaters liegt; denn er hat seinen Vater entblößt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer bei irgendeinem Vieh liegt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer bei seiner Schwester liegt, die die Tochter seines Vaters oder seiner Mutter ist! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer bei seiner Schwiegermutter liegt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer seinen Nächsten heimlich erschlägt! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer Bestechung annimmt, um jemand zu erschlagen und unschuldiges Blut [zu vergießen]! Und das ganze Volk soll sagen: Amen!
Verflucht sei, wer die Worte dieses Gesetzes nicht aufrechterhält, indem er sie tut! Und das ganze Volk soll sagen: Amen! (5.Mose 27.11-26)

Wichtig ist hier, dass das Volk jedem Punkt bestätigen musste. Der Fluch der Torah ist also die Folge dessen, wenn man sie übertritt.
Nun sagt Paulus zu den Galatern, die sich aus dem Heidentum heraus bekehrt haben:

Denn alle, die aus Werken des Gesetzes (Torah) sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun«. (Galater 3.10)

Was war geschehen? Eine Gruppe von Juden kam nach Galatien, um die Neubekehrten am Fleisch zu beschneiden (Galater 2.3 / Galater 5.2). Dagegen ist Paulus aufgestanden. Denn er sagt, dass nur die Gnade, die aus der Beziehung zu YHWH (Gott) durch Yeshua (Jesus) entsteht, retten kann.
Schon beim Auszug aus Ägypten, wurde das Volk zuerst durch das Blut des Lammes gerettet, dann ging es einen Bund mit YHWH (Gott) ein und erst dann, in der liebevolen Beziehung zueinander, erklärte YHWH (Gott), wie er sich ein Leben mit seiner Braut (Israel) vorstellt. Schon in der Torah sagte er seinem Volk, worauf es ihm wirklich ankommt:

Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was in ihr ist, gehört dem HERRN, deinem Gott; dennoch hat der HERR allein deinen Vätern sein Herz zugewandt, dass er sie liebte; und er hat ihren Samen nach ihnen aus allen Völkern erwählt, nämlich euch, wie es heute der Fall ist. So beschneidet nun die Vorhaut eures Herzens und seid nicht mehr halsstarrig! (5.Mose 10.14-16)

Der Prophet Jeremia schreibt:

Beschneidet euch für den HERRN und beseitigt die Vorhaut eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Einwohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein Feuer, das niemand löschen kann, wegen der Bosheit eurer Taten! (Jeremia 4.4)

Es ging also schon immer um eine Herzensbeziehung. Nur aus dieser liebevollen Beziehung zu unserem ewigen Vater können wir leben. Alles andere gleicht einer geschäftlichen Beziehung: Du gibst mir etwas und dann bekommst du den Gegenwert.
So kann keine Liebesbeziehung funktionieren und bestehen. In einer glücklichen Ehe sind beide füreinander da. Es ist ein Ehebund. In einem Bund verpflichten sich beide Partner, alles für den Anderen zu tun.
Yeshua (Jesus) hat alles für sein Volk getan. Er hat die Sünden gesühnt und die Voraussetzungen geschaffen, in seinen Bund einzutreten. Denn es ist das Blut des Bundes.
Wenn wir, als unbeschnittene am Fleisch uns zu Yeshua (Jesus) bekehren und unser Leben seiner Autorität unterstellen, müssen wir uns nicht am Fleisch beschneiden lassen.
Allerdings müssen wir unsere Vorhaut des Herzens beschneiden und aus dieser Liebesbeziehung in seinem Bund leben. Jede Sünde, die wir tun, gefährdet den Bund. Yeshua (Jesus) sagt in der Bergpredigt:

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen! (Matthäus 7.21-23)

Es geht also darum, aus einer Liebe zu unserem Schöpfer und Vater durch unseren Messias Yeshua (Jesus) den Willen des Vaters zu tun, dem er seinen Volk am Berg Sinai, nachdem die Liebesbeziehung bestand, gegeben hat.
Umgekehrt ist es Werksgerechtigkeit und somit religiös und tot. Yeshua (Jesus) sagt:

Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden! (Matthäus 10.39)

Wer heiratet, gibt sein altes Leben, seine liebgewordenen Gewohnheiten, auf, für ein neues Leben zu zweit.
Auch wir müssen unser sündiges, torahloses Leben aufgeben, um in der Liebesbeziehung  mit Yeshua (Jesus) zu bleiben. Denn Sünde ist die Übertretung der Torah.

Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter! (Matthäus 12.50)

Resume

Der Fluch der Torah ist die Folge deren Übertretung.
Es ist YHWH (Gott) ein Herzensanliegen, mit seinem Volk in einer tiefen Liebesbeziehung zu leben. Er sehnt sich nach unserer Gemeinschaft. Da er unser Schöpfer ist, weiß er, wie Leben funktioniert. So gibt er uns, nachdem wir Ja gesagt haben, uns die Möglichkeit, zu lernen, wie er möchte, dass wir leben. Sein Wunsch ist es, in seinen Willen hineinzuwachsen. Wir sollen im Herzen seine Liebe verstehen, mit der er uns duch seinen Willen leitet. Paulus schreibt:

Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. (Galater 20.2)

Unser altes Leben (vor der Verlobung) ist vergangen. Wir sind überwältigt von der Liebe YHWH´s (Gottes) durch Yeshua (Jesus). Wir geben alles auf, um mit ihm zu leben und seinen Willen, der der Wille seines Vaters ist, zu tun.
Das ist die Eigenschaft seiner Braut Israel.
Wenn wir nicht in der Liebe sind, also die Herzen beschnitten sind, können wir das Wesen und die Liebe seines Willens garnicht erfassen. Dann tun wir das aus Buchstabentreue heraus und nicht aus der Treue zum Vater. Wenn das passiert, sind wir tot.

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