Yeshua lieben

Es gibt eine Aussage von Yeshua, die klingt sehr hart. Mit dieser Aussage haben viele Gläubige ihre Schwierigkeiten. Sie steht im Matthäusevangelium im zehnten Kapitel in den Versen 37+38. Dort sagt er:

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.

Der Punkt hier ist, dass Yeshua sagt, dass wer seine Kinder oder seine Eltern mehr liebt als ihn, nicht sein Nachfolger sein kann.  Wer selber Kinder hat und seine Eltern liebt, kann sicherlich verstehen, was für eine Herausforderung diese Aussage ist.

Um diese Aussage besser zu verstehen, muss man sich anschauen, was Yeshua darüber gesagt hat, wie wir ihn zeigen, dass wir ihn lieben. Dieses sagt er im Johannisevangelium im vierzehnten Kapitel, in den Versen 22-24. Dort heißt es:

Da spricht Judas — nicht der Ischariot — zu ihm: Herr, wie kommt es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Yeshua antwortete und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.  Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht; und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.

Und kurz vorher, im Vers 15 sagt er:

Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!

Liebe definiert Yeshua also nicht nur emotional, also aus den Gefühlen heraus, sondern danach, was ein Mensch tut. Ihm ist es wichtig, dass wir die Gebote und Satzungen halten, wie sie in der Bibel uns gegeben sind. Wenn wir das tun, dann zeigen wir ihm, dass wir ihn lieben.

Nun sagt Yeshua, dass wir unsere Eltern und unsere Kinder nicht mehr lieben sollen als ihn, da wir uns sonst als seine Nachfolger disqualifizieren.

Gemeint ist hier meiner Meinung nach, dass wir nicht um unserer Kinder oder unserer Eltern willen seine Gebote übertreten dürfen. Im Zweifelsfall sind seine Gebote wichtiger, als die Beziehung zu unseren Eltern oder Kindern.

Wenn wir z.B. zum Weihnachtsessen oder zum Osterfrühstück eingeladen sind, wäre es, wenn wir dorthin gehen würden, ein Verstoß gegen seine Gebote. Dort müssten wir  konsequent, aber mit Liebe diese Einladungen ablehnen. Das gleiche gilt, wenn wir am Shabbat zum Einkaufsbummel eingeladen werden würden.

Diese Beispiele, denke ich, zeigen, dass es durchaus zu Belastungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen kommen kann, wenn wir die Gebote Yeshuas konsequent befolgen. Die Liste könnte man noch unendlich weiter führen, aber ich denke, das Prinzip ist deutlich.

Dass deckt sich auch mit der Aussage von Yeshua über die Liebe, wo er Aussagen der Torah zitiert:

Meister, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Und Yeshua sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. (Matthäus  22.36-40)

Hier zitiert er zum Einen aus 3.Mose 19.18:

Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der HERR.

Und zu Anderen zitiert er aus 5.Mose 6.4-9

Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein! Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst; und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben.

Wir sehen speziell in dieser Bibelstelle, wie sehr Gott zu lieben mit den Halten seiner Gebote zusammen hängt. Und ihn zu lieben bedeutet, dass wir leben:

Denn es ist kein leeres Wort für euch, sondern es ist euer Leben, und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, in das ihr über den Jordan geht, um es in Besitz zu nehmen! (5.Mose 32.47)
Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens — und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschienen ist —, (1. Johannes 1.1-2 )

Was ihr nun von Anfang an gehört habt, das bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben. Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. (1. Johannes 2.24-25).

In den Sprüchen ist dieser Gedanke in einem Satz zusammengefasst:

da lehrte er mich und sprach zu mir: Dein Herz halte meine Worte fest; bewahre meine Gebote, so wirst du leben! (Sprüche 4.4)

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