Der zweite Exodus

April 4, 2026 0 Von Kay

Wenn wir an das Wort Exodus denken, dann verbinden wir dieses Wort mit dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Und das ist auch richtig so. Allerdings ist die Geschichte des Volkes Israel nicht linear sondern zyklisch. Dass heißt, das was früher geschah, das wird wieder passieren.

Im Buch der Prediger heißt es:

Was [einst] gewesen ist, das wird [wieder] sein, und was [einst] geschehen ist, das wird [wieder] geschehen. Und es gibt nichts Neues unter der Sonne. Prediger 1.9

Auch im Propheten Jesaja heißt es:

 Gedenkt an das Frühere von der Urzeit her, dass Ich Gott bin und keiner sonst; ein Gott, dem keiner zu vergleichen ist. Ich verkündige von Anfang an das Ende, und von der Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Mein Ratschluss soll zustandekommen, und alles, was mir gefällt, werde ich vollbringen. Jesaja 46.9-10

Diese Aussagen zeigen, dass das was vorne in der Bibel geschrieben steht, am Ende der Zeiten passieren wird.

Das wohl größte Ereignis in der Torah (5 Bücher Mose) ist der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Die Ereignisse dieses Auszugs dient somit quasi als Blaupause für den zweiten Exodus. Schon im 5. Buch Mose, kurz vor dem Einzug in das verheißene Land wird dem Volk verheißen:

Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstoßen hat,  und wenn du umkehrst zu dem Herrn, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat. Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter. 5.Mose 30.1-5

Das gesamte Volk Israel hat in der Folgezeit schwer gesündigt und hat den Bund, den Gott mit ihnen geschlossen hat, gebrochen. Das Volk wurde sogar, nachdem König Salomo Götzendienst betrieben hatte in ein Nordreich (Haus Ephraim, 10 Stämme) und ein Südreich (Haus Juda, 2 Stämme) geteilt. Das Nordreich hat im Anschluss trotz Warnungen so sehr gesündigt, dass es vom Assyrischen Reich besiegt und aus dem Land verschleppt wurde (2.Könige 17-18). Sie verloren im Laufe der Zeit ihre Identität.

Auch das Haus Juda wurde später weggeführt, kehrte aber nach 70 Jahren wieder zurück. 70 nach Christus wurden sie wieder vertrieben und sind nun seit 1948 zumindest teilweise wieder im Land.

Was ist mit den verlorenen 10 Stämmen? Hier gibt die Bibel eine klare prophetische Verheißung:

Darum siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: »So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israels aus dem Land Ägypten heraufgeführt hat!«, sondern: »So wahr der Herr lebt, der den Samen des Hauses Israel aus dem Land des Nordens heraufgeführt und wiedergebracht hat, und aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe!« Und sie sollen wohnen in ihrem Land. Jeremia 23.7-8

Hier wird verheißen, dass die gesamten Nachkommen des Hauses Israel aus allen Teilen der Welt wieder zurück in ihr Land gebracht werden. Seit Jahren erkennen immer mehr an Jeschua gläubige Menschen ihre wahre Identität. Das war unter anderem ein Ziel von Jeschua. Im Mattäusevangelium heißt es:

Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyrus und Zidon zurück. Und siehe, eine kananäische Frau kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen! Er aber antwortete ihr nicht ein Wort. Da traten seine Jünger herzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach! Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Matthäus 15.21-24

Jeschua sehnt sich nach seiner Braut. Er möchte das seine Braut komplett ist. Dass heißt, er möchte, dass die 12 Stämme wieder vereint werden. Das sehen wir in der wunderbaren Prophetie aus dem Buch des Propheten Hesekiel:

So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich will den Holzstab Josephs nehmen, der in der Hand Ephraims und der Stämme Israels, seiner Mitverbundenen, ist, und will ihn zu dem Holzstab Judas hinzufügen und sie zu einem einzigen Holzstab machen, und sie sollen eins werden in meiner Hand! Und die Holzstäbe, auf die du geschrieben hast, sollst du vor ihren Augen in deiner Hand halten. Und sage zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich werde die Kinder Israels aus den Heidenvölkern zurückholen, unter die sie gekommen sind, und sie von ringsumher sammeln und sie in ihr Land führen. Und ich werde sie im Land, auf den Bergen Israels, zu einem einzigen Volk machen; sie sollen alle nur einen einzigen König haben, sie sollen auch künftig nicht mehr zwei Völker bilden, noch in zwei Reiche zerteilt werden. Hesekiel 37.19-22

Joseph bzw. Ephraim sind die 10 verlorenen Stämme aus dem Nordreich. Juda ist das Südreich, welches ja schon teilweise wieder im Land ist. Gott sagt hier, dass er das Nordreich wieder zum Haus Juda hinzufügen wird. Was für eine Verheißung.

Dieses Ereignis steht uns bevor. Es wird in den letzten Tagen geschehen. Ich habe den Eindruck, dass wir von diesem Ereignis nicht mehr weit entfernt sind. Wie ich ja schon erwähnt habe, ist der erste Exodus so etwas wie eine Blaupause für den zweiten Exodus.

Was geschah beim ersten Exodus?

Das Volk war unter der staatlichen Herrschaft in Knechtschaft gekommen. Per Gesetz wurde befohlen, was sie zu tun hatten. Das Land durften sie nicht verlassen. Es gab für sie keine Chance, aus diesem System auszubrechen. Die Kontrolle war allgegenwärtig. Sogar die männlichen Säuglinge wurden getötet. Sie waren in dieser Diktatur gefangen.

Dann schrien sie zu Gott und Gott erhörte ihr verzweifeltes Gebet. Er antwortete, indem er Mose sendete und durch ihn das Gericht gegen Ägypten und die Befreiung des Volkes Israel einleitete.

Da schrieen wir zum Herrn, dem Gott unserer Väter. Und der Herr erhörte unsere Stimme und sah unser Elend und unsere Mühsal und Unterdrückung;  und der Herr führte uns aus Ägypten mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit gewaltigen, furchtgebietenden Taten und durch Zeichen und durch Wunder, und brachte uns an diesen Ort und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließt. 5.Mose 26.7-9

Dieses Muster werden wir auch erleben.

Ich habe den Eindruck, dass wir in prophetischen Zeiten leben. Der Krieg zwischen dem Iran und Israel/USA ist ein geistlicher Krieg zwischen Licht und Finsternis, Gott und Satan. Gleichzeitig formiert sich auf der Welt eine Koalition gegen Israel. Seitens der EU werden Sanktionen erwogen. China äußert feindselige Botschaften. Die Türkei droht einzugreifen. In den sozialen Medien explodieren die antisemitischen und anti-israelischen Kommentare.

Es tobt ein geistlicher Kampf um die Frage: Wer ist der wahre Gott?

Dieser Kampf tobte auch in Ägypten. Jeder der 10 Plagen ging gegen eine ägyptische Gottheit.

Gleichzeitig werden die Voraussetzungen für einen Exodus erschwert. Es stehen Fahrverbote an. Die Mobilität wird quasi per Gesetz auf ein Minimum eingeschränkt. Gleichzeitig wird die Kontrolle und Nachverfolgung jedes Einzelnen ausgeweitet. Der Great Reset, oder die Agenda 2030, ist in ihrem Endstadium.

Man fragt sich, wie soll Gott unter diesen Voraussetzungen seine Verheißungen erfüllen?

Das fragten sich auch die Israeliten, die Mose anfangs sehr kritisch gegenüber standen. Sie konnten es sich nicht vorstellen. Aber es passierte. Es passierte deshalb, weil Gott ein Gott ist, der allmächtig ist und Wunder tut. Der sich von den dunklen Mächten nicht aufhalten lässt, sondern sie besiegt.

Diese Wunder kann er für uns allerdings nur tun, wenn wir nach seinen Geboten leben. So zeigen wir ihm, dass wir ihn lieben:

Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Johannes 14.21

Das bedeutet auch, den Shabbat und seine Feste zu feiern (3.Mose 23). Wenn wir seine Gebote halten, werden wir mehr und mehr merken, warum Jeschua gesagt hat, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist.

Im Buch der Offenbarung werden wir aufgefordert Babylon zu verlassen:

Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. Offenbarung 18.4-5